Manchmal merkst Du erst viel zu spät, dass Du Deine eigenen Grenzen längst überschritten hast. Nicht, weil jemand Dich gezwungen hätte – sondern weil Du es längst selbst verstanden hast. Weil Dir jemand leidtat. Weil Du wusstest, wie schwer es die Person hat. Und plötzlich hast Du zu viel gegeben, zu oft „Ja“ gesagt, zu wenig geschlafen, zu wenig auf Dich selbst gehört.
Mitgefühl kann eine schöne Eigenschaft sein – weil sie unser Herz weich macht. Aber manchmal verwechseln wir Mitgefühl mit Mitleid. Mitgefühl sagt: „Ich sehe Dich. Ich fühle mit Dir. Und ich bin da, soweit ich kann.“ Mitleid dagegen nimmt oft zu viel auf sich – es trägt, was eigentlich gar nicht das Eigene ist. Und genau da verschwimmen unsere Grenzen. Wir sagen: „Ach komm, das eine Mal geht schon…“, und beim nächsten Mal wieder. Nicht, weil wir’s nicht merken, sondern weil wir nicht diejenigen sein wollen, die „Nein“ sagen, wenn’s jemandem eh schon schlecht geht.
Aber weißt Du was? Auch Du darfst Mitgefühl mit Dir selbst haben. Und zwar nicht in selbstmitleidiger Opferhaltung, sondern in liebevoller Fürsorge. Du darfst sagen: „Ich seh Deinen Schmerz – und trotzdem muss ich auf mich achten.“
Sogar Jesus – der wirklich ein Herz für alle hatte – hat sich zurückgezogen. In Markus 1,35–38 heißt es:
„Früh am Morgen, als es noch ganz dunkel war, stand Jesus auf, verließ das Haus und ging an einen einsamen Ort, um dort zu beten […] Alle suchen dich! – Aber Jesus sagte: 'Lasst uns weiterziehen. Denn dazu bin ich gekommen.'“
Er ist nicht geblieben. Obwohl Menschen nach ihm gerufen haben. Obwohl er helfen konnte. Warum? Weil er wusste, was sein Auftrag war. Weil er seine Kraft nicht verpulvern wollte. Und weil echte Hilfe keine Einbahnstraße ist.
Manchmal ist das größte Geschenk, das Du jemandem machen kannst, nicht Dein ständiges Dasein – sondern Dein klares: „Bis hierhin – und nicht weiter.“
Denn echte Liebe kennt nicht nur offene Arme. Sondern auch gesunde Grenzen.
In diesem Sinne, pass auf Dich auf.
Mandy
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Danke liebe Mandy, das ist auch heute wieder ein totaler Volltreffer. DANKE.
Freut mich!
Danke Mandy,
Das hört oder liest man zu wenig.
Gerne.