Mediengeil und reizüberflutet

Wir leben in einer gefühlsbeduselten Gesellschaft, in der es immer stärkerer Reize bedarf, um unsere Wahrnehmungsschwelle zu überschreiten.

Schalte mal den Fernseher an und zieh Dir die Werbung rein. Süße Babys, putzige Tiere, leidenschaftliche Frauen, gutaussehende Männer….


"POWERED BY EMOTION"
– wie auch der Slogan von SAT 1 lautet.

 

Wir leben in einer Welt, wo wir mit den verschiedensten Gefühlen nur so berauscht werden….

Die Werbemacher – die TV- und Medientypen – sind geil auf unsere Gefühle. Wenn sie es schaffen, uns Zuschauer auf unsere Urinstinkte anzusprechen und tolle Gefühle bei uns auszulösen, dann stehen die Chancen gut, dass wir losrennen, um ihre Produkte zu kaufen.

 

Ich habe mal bei der Marktforschung gearbeitet und musste den Probanden verschiedene Fragen stellen. Eine davon lautete:

  • "Stell Dir vor dieser Joghurt wäre eine Person, wie wäre die drauf?"

Da kamen dann so Antworten wie: "sportlich, sympathisch, romantisch….. " Jawohl, der gute Joghurt mit den tollen Bakterienkulturen soll bestimmte Gefühle, ja sogar ein bestimmtes Lebensgefühl auslösen.


Spaß, gute Gefühle, die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse steht ganz oben auf der "Macht mich glücklich" – Skala.



Ich glaube, weil Menschen so auf Gefühle getrimmt werden, gehen auch immer mehr Beziehungen und Ehen in die Brüche. Denn die werden auf ein falsches Fundament gebaut…. Gefühle sind keine gute Basis, wenn auch durchaus wichtig.


Wie steht es denn eigentlich um die Gefühle von Christen? Haben die überhaupt Gefühle?

Klischee hin oder her ….. Menschen die mit Gott nix am Hut haben, bringen mit den "Gläubigen" häufig mal Langeweile und alles "irgendwie öde" in Verbindung. Warum ist das so? Sieht die Kirche und die Bibel so öde und langweilig aus? Macht sie uns "gefühlsmäßig nicht genug an"?


Kann der Glaube an Gott die Sehnsucht von einem mediengeilen und reizüberfluteten Menschen nach Abenteuer, nach dem Adrenalinkick oder einfach nur nach einem guten Gefühl überhaupt stillen?

 

Wir sind doch fast alle irgendwie mediengeil. Fernsehen oder Internet wirkt schon fast wie eine Droge. Viele Leute kommen abends nach Hause, ziehen ihre Jogginghose an, Füße hoch…. Glotze an und Laptop auf den Schoß. Das eigene Leben abschalten…

 

Gott hat den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen (Kolosser 3, 10) und dazu gehört auch die Seele, die Quelle unserer Gefühle. Gefühle spielen im Leben eine wichtige, wenn auch nicht entscheidende Rolle und bestimmen unser Handeln.

Liebe, Zuneigung, Ablehnung, Sympathie, Freude, Traurigkeit, Hass oder auch Angst können Beziehungen bestimmen. Sei es nun zum Partner, zu Muddi, zu Omi, zum Chef, zu Freunden, zum Nachbarn oder zu wem auch immer.

Gefühle sind menschlich, aber veränderbar und stark von äußeren Umständen, von der Persönlichkeit, der Kultur und der eigenen Lebensgeschichte geprägt. Gefühle sind zum Teil angeboren, zum Teil aber auch erlernt / anerzogen.

Das bedeutet, dass das subjektive Erleben einer Person stark vom objektiven Erleben abweichen kann. Gefühle dürfen nicht als letzte Instanz und als Maßstab für die absolute Wahrheit herhalten.

 


Wie ist das nun mit den Gefühlen, wenn ich Christ werde?

Wenn Menschen mit Jesus klare Sache machen und Christ werden, dann ist häufig erstmal "Powered by Emotion" angesagt. Wuuuuuusch, da kommen fette Gefühle auf, die einen nur so durchströmen….
 

  • "Ich hatte plötzlich so ein inneres freies Gefühl"
  • "Als würde eine große Last von mir abfallen"
  • "Ich fühlte mich in seiner Hand und so geliebt"

 

Diese Gefühlsausbrüche sind normalerweise nicht auf Umstände, äußere Reize oder was sonst gerade so abgeht, zurückzuführen, sondern passieren oft "einfach so" und sind somit für viele Menschen die "Bestätigung, das es Gott geben muss".

Wenn Menschen Christ werden ist es nicht selten, dass sich ihr Leben von Grund auf ändert. Das Gefühl des Verliebseins in Gott trägt dazu bei, dass Menschen in der Lage sind, ihren Lebensstil oder vielleicht sogar ihr Umfeld zu verändern, weil sie jetzt ihre Erfüllung in Jesus finden.

Erfahrungsgemäß verblasst dieses "High von Gott" – Gefühl aber nach einer gewissen Zeit und dann geht es ans Eingemachte und es zeigt sich, auf welchem Fundament der Glaube zu Gott steht.

 

Was sollte eigentlich das Fundament eines Christen sein?

Die Gefühle? Nee, vielmehr sollte das Fundament Gott selbst sein und das was er uns sagt. Es ist wichtig, dass das Fundament stimmt.

Denn sonst ist die Phase: "Juhu, ich bin jetzt Christ!" ratz fatz wieder vorbei, Jesus gibt Dir keine Dauerdröhnung.

Wenn Du Christ wirst, dann bist du ein "neuer Mensch" sagt Gott. (2. Korinther 5, 17). Das bedeutet, dass Dein Geist – Dein Herz – von neuem geboren wurde (nicht Dein Verstand, wie manch einer vermutet).

Und Dein neues Herz braucht Futter, um groß und stark zu werden. 😉 Je stärker es wird, umso einfacher ist es, trotz blöder Umstände an Gott dranzubleiben und schlechte Gefühle zu überwinden.


Gott sollte die Hauptrolle spielen, Gefühle sollten sich ihm unterordnen.

 

In Beziehungen, Ehen und Freundschaften sind Verantwortungsbewusstsein, Durchhaltevermögen, Vertrauen und wahre Liebe gefragt. Würde man sich in einer Krisensituation nur auf die Gefühle verlassen, na dann Gute Nacht.

Liebe darf nicht mit Verliebtheit und Leidenschaft verwechselt werden. Liebe ist mehr als ein Gefühl und ein Lustempfinden.

 

Bestimmen Gefühle den Glauben oder der Glaube die Gefühle?

Glaube ist kein Gefühl, dennoch haben Gefühle durchaus ihre Berechtigung und ihren Platz in der Beziehung zu Gott. Ohne Gefühle wären wir kleine, kalte Wesen die sich nie freuen und nie heulen – wäre ja auch nix.

Sogar Gott jubelt und freut sich über uns:

"Der Herr, euer Gott, ist in eurer Mitte; er ist stark und hilft euch! Von ganzem Herzen freut er sich über euch. Weil er euch liebt, redet er nicht länger über eure Schuld. Ja, er jubelt, wenn er an euch denkt!"

Zefanja 3, 17

 

Auch Jesus weinte (Lukas 19, 41). Die Psalmen sind voll mit Gefühlsäußerungen: Freude, Schmerz, Trauer, Angst…  Lies sie mal genau durch, viele Psalme beginnen mit Gefühlen, enden aber damit, dass der Schreiber seine Hoffnung auf Gott setzt und ihm trotz mieser Gefühle vertraut.

Der Glaube und eine enge Freundschaft mit Gott weisen den Gefühlen den richtigen Platz zu. Das Handeln wird vom Glauben und nicht zuerst von den Gefühlsregungen bestimmt.

 

Wie siehts bei Dir aus? Ist Deine Beziehung zu Gott von Gefühlen abhängig? Oder geht Dein Glaube tiefer – geht er durch allmögliche Gefühle hindurch?

 

Mach Dir mal Gedanken dazu. Ich wünsch Dir Fetten Segen!

Deine Mandy
Jesus-Punk

 

Foto unten: brandtmarke / pixelio.de

 


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Dieser Beitrag wurde am 16. September 2012 veröffentlicht.

18 Gedanken zu „Mediengeil und reizüberflutet

  1. Tobias

    Hi Mandy.
    Danke! Gefällt mir sehr der neue Artikel, ich hoffe du konntest deine freie Zeit genießen?!
    Was du schreibst regt mich tatsächlich zum nachdenken an, mit gefallen deine Gedankenanstösse ohne das du eine konkrete Antwort gibst – sehr gut so! Da bin ich etwas gefordert.
    Bleibe behütet und sei ebenfalls fett gesegnet!
     
    Bis zum nächsten Kaffee
    Tobias

    Antworten
    1. Mandy Artikelautor

      Hallo Tobias,

      die Zeit war meistens frei und ich konnte sie meistens auch genießen 😉

      Gut zu wissen, dass ich Deine Hirnzellen zu aktivieren vermag – was für ein Satz!

      Antworten
  2. Ulrike

    Hi Mandy,
    da haste ja ein Foto mit 'nem super-geilen Typen für den Blog rausgesucht, muss ich sagen. Mmmmmh, Traummann par excellence! 😉
    Ja, ich lasse häufig das Radio/den CD-player auf der Nachhausefahrt nach der Arbeit aus, weil ich im Laden so viel zuhören und beraten muss. Da sehne ich mich nach Stille und liebe es, gespannt auf Gottes Reden zu hören oder genieße es, um seine Gegenwart zu wissen, mich darin geborgen zu fühlen und zu entspannen. Bei all dem aufdringlichen, grellen Werbe-Gedöns der Medien wird man ganz kirre und kann Gott kaum heraushören. Wir können vieles nicht beeinflussen außer unser eigenes Verhalten. Da sind wir frei. Deshalb: Stecker raus und immer wieder Zeit nehmen für Stille mit offenen Ohren und offenem Herzen für Jesus und unsern Nächsten.
    Ganz liebe Grüße von der Ulrike
     
     

    Antworten
    1. Mandy Artikelautor

      Hey Ulrike,

      freut mich wenn ich Deinen Geschmack getroffen habe

      "Wir können vieles nicht beeinflussen außer unser eigenes Verhalten."  – amen


       

      Antworten
  3. Chaya

    wenn jemand den glauben ernst nimmt dann kann gott ihn verändern.leider sind es immer noch zu wenige -aber man verpasst in dieser welt nichts -also ist es gesünder sich an gott seine wege zu halten -die die das tun sind auf der sicheren seite

    Antworten
  4. Teresa

    Hi Mandy,
     
    Danke für den Beitrag.
     
    Seit ich Christ bin, habe ich kaum noch Lust auf Fernsehen und selbst im Netz, hat sich mein Verhalten geändert.
    Ich glaube, Gott wirkt dann schon in mir und verändert auch dieses Verhalten und erweitert den Horizont. Bei mir – er macht mir klar, wie wichtig das reale miteinander, das Erleben und das echte mit dabei sein und aktiv mitmachen ist, anstatt nur passiv zu konsumieren. Nicht fernsehen – sondern rausgehen oder wo real das selbst erleben – ich nenne es Gott suchen in der realen Welt – das habe ich deutlich gespürt und auch erlebt, dass er gerade dieses Medienverhalten verändert, auch Schritt für Schritt, aber es ist anders geworden.
     
    Und unter Christen, was da anders ist, ist wirklich eine andere "Ruhe", gerade auch wenn ich mit denen etwas in Gemeinschaft erlebe, das ist anders, nicht so künstlich gepuscht. Es ist auch ein anderes miteinander. Es geht gesitteter zu, das erlebe ich jedesmal. Das wundert mich. An anderen Orten, geht es emotional mehr zur Sache, da wird sich reingesteigert oder sich selber künstlich emotional in Erwartung gebracht und je mehr Spaß stattfindet, um so besser, wobei der beim nächsten Mal "mehr" sein muss. (Freizeitparks z.b.) Es braucht immer "mehr", bei Gott, bin ich hinterher anders drauf, was aber mit einem großen Gefühlsrausch nichts zu tun hat. Das ist tiefer und man wird mehr verändert.
     
    Gott sorgt vl. echt selber für Veränderung, wenn er in einem wirken darf oder ich mich wirklich drauf einlasse, den Geist, den Gott mit Medien verbreitet, ist anders, aber auch er scheint diesen Kanal zu nutzen.
     
    Schwierig gerade das zu beschreiben. Aber angenehm finde ich es, ohne diesen krassen Gefühlsrausch, aber der gehört auch zum Menschsein wie ich finde. Nur am Medienverhalten kann nur ich was ändern, Ablenkung und Reizüberflutung müssen so ja auch erstmal erkannt werden, es ist ja normal geworden, da trägt ja nun Dein Beitrag mit dazu bei, was ich gut finde, Danke nochmal für diesen "Input". -:)
     
    Liebe Grüße, Teresa

    Antworten
  5. Arnulf

    Ja, in Jesus Christus komme ich zur Ruhe und erkenne, dass ich den ganzen Rummel eigentlich nicht brauche, weil ich durch ihn durch den Tag gehetzt werde. Am Sonntag hetzt man aus eigenem Antrieb mit eigenen Zielen durch den Tag, damit man einen Tag hat von dem man sagen kann:“Ich wurde nicht ferngesteuert!“ Doch Ruhe und Frieden sind dabei nicht eingekehrt. Aber Christus in mir, gibt mir Ruhe und Frieden und Freude, ob ich arbeite oder nicht.

    Antworten

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