Schubladendenken beim Freakstock

Dieses Jahr war ich zum ersten Mal beim Freakstock Festival der Jesus Freaks dabei. Entstanden sind die Freaks aus der Punkbewegung 1990.

Ich muss zugeben, ich war mir vor meinem Besuch unsicher und hatte Bedenken, dass es mir nicht gefällt und ich mit den Menschen nicht klar komme.

Der Grund…. ich war selbst in der Punkszene. Mit 13 daheim abgehauen… bla bla blubb, die übliche Story eben… Viele meiner damaligen Freunde waren Punks.

Was für mich ein Punk ist?

Ich würde sagen das ist einer, der gegen das System anschwimmt. Der das durchsetzt, was er im Herzen hat, auch dann wenn es vom Kopf her nicht immer das Klügste ist.

Punk ist “anders” zu sein als die Norm.

Sei es das Denken, die Einstellung oder auch das Aussehen. Vielleicht ist es von Beiden etwas? Heutzutage gibt es auf die Frage, was denn nun Punk ist, wahrscheinlich viele verschiedene Antworten.

Saufen, Drogen, rumpöbeln und Prügelein sind keineswegs Punk, sondern einfach nur dumm.

Ich kam auf dem Freakstock an und was sah ich…. Menschen, wie ich sie kannte.
Natürlich geht der erste Blick aufs Äußere – Klamotten, Style, Frisur ect.

Auf dem Freakstock liefen die verrücktesten Menschen herum. Die, die auf der Straße sicherlich so einige Blicke auf sich gezogen hätten.

Ich spürte wie ich innerlich eine “Mauer” hatte gegen diese Menschen…. sie sahen aus wie die Leute von früher, mit denen ich rum hang.
Leute, die mir nicht gut taten. Mit denen ich Drogen nahm, abgedrehte Partys feierte und krumme Dinger drehte.

Ja, dass ich muss ich zugeben, auch ich habe Vorurteile und was für welche…. Schubladendenken lässt grüssen!

Dann am Abend der erste Gottesdienst, draußen auf einer großen Wiese.
Hey Leute, da sah ich was…. was ich zuvor nicht kannte!

Ich sah nen Punk mit Ironen anderen Typen, der tätowiert war von oben bis unten.
Und diese Jungs gingen auf die Knie…. sie beteten, sie sangen Lieder für Gott!! Wooow!

So etwas kannte ich nicht. Das hat mich zu tiefst beeindruckt!

Ich betete:

Hey Daddy, diese Leute sehen äußerlich so aus wie die, mit denen ich früher zusammen war.
Und doch scheinen sie ganz anders zu sein… wo ist mein Platz?

Muß ich mich anpassen…. den Christen in meiner Gemeinde daheim oder kann ich sein wie ich bin…. ich mag Springerstiefel mehr als das weiße Blüschen, die “Gemeindeklamotten”… bitte sag mir was richtig ist!”

Ich war verwirrt. Wo gehörte ich hin? Sollte ich wieder zu “diesen Menschen” hier gehören?
Ist es richtig oder falsch, sich den Menschen in der “normalen” Gemeinde anzupassen, um kein Anstoß zu sein?
Kann ich meine Springerstiefel anziehen, weil ich sie mag oder soll ich sie daheim lassen, weil andere sie nicht mögen?

Kurz darauf ging ich aufs Klo (Bad), um mir die Zähne zu putzen.
Eine ältere Frau sprach mich an und meinte:

“Auf deinem Shirt hinten drauf steht “Jesus ist unser Mann!” Ja, dass ist gut!
Du bist auf dem richtigen Weg! Du musst nicht sein, wie andere Menschen. Du musst Jesus im Herzen haben und das hast Du!”

Ich wusste erst gar nicht, was die Frau von mir wollte. Ich putzte meine Zähne, etwa 3-4 Minuten wie sich das gehört und sie redete ständig.
Da ich meine Bürste im Mund hatte konnte ich kaum etwas dazu sagen.
Als ich fertig war ging sie und ich kapierte endlich….

WOW! Danke Gott für diese klare Ansage!

Irgendwas in mir fiel schlagartig von mir ab und ich fühlte mich plötzlich wie in einer großen Familie, Ich gehörte dazu!
Ich hätte direkt alle umarmen können. Ich suchte eine Familie, in der ich mich wohl fühlte… wie Zuhause. In meiner Gemeinde daheim mag ich die Leute… und doch fühle ich mich nicht dazu gehörig, weil sie anders sind.
Ich bin kein Mitglied… doch jetzt vielleicht dem einen Schritt näher, weil ich weiß wie ich bin und ich weiß, dass ich dazu stehen kann und mich nicht verbiegen muss.

Ab diesem Zeitpunkt hatte ich keine Vorurteile mehr…. egal wie jemand aussah!

Was mich außerdem beeindruckte:
Ich habe keinen gesehen der so dicht war, dass er nicht mehr laufen konnte.
Keiner bot mir Drogen an… nicht das ich sie genommen hätte, aber von solchen Großveranstaltungen war ich es gewohnt.
Ich sah keine Pöbelein. Ich wurde nicht ein einziges Mal dumm angelabert.

Im Gegenteil, ich begegnete hilfbereiten Menschen, die mir über ihr Leben mit Jesus erzählten, die mir offen ohne Vorurteile begegneten, von denen wirkliche Liebe ausging, die spürbar war.

Ich hatte wirklich bei JEDEM das Gefühl ihn schon ewig zu kennen!!

Hey Leute, Jesus ist genial! Er verbindet Herzen von Menschen, die sich nie gesehen haben!

Ich jedenfalls freue mich schon heute auf das Freakstock im nächsten Jahr.

Seit lieb gegrüßt
Eure Jesus Punk

PS: Irgendwie hab ich gerade ne Störung und kann keine Kommentare abgeben, weder angemeldet noch nicht angemeldet. Also nicht wundern, versuche es zu beheben!

 


Wer schreibt diesen Blog und warum? – Das erfährst Du, wenn Du HIER klickst
Kann ich Dich und Deine Blog-Arbeit unterstützen? Ja, dass ist möglich, dazu HIER klicken. Ich danke Dir von Herzen!

Dieser Beitrag wurde am 4. August 2010 veröffentlicht.

14 Gedanken zu „Schubladendenken beim Freakstock

  1. Piero

    Da war ich noch nicht einmal aber ich möchte dort einmal hin um Gott aufne ander Art kennen zulernen,ist das dort möglicht? Wenn ja dann nix wie hin ;-))
    Alle die dort waren euch ein fetten Segen !!

    Grüße Piero

    Antworten
  2. Liane

    hey Mandy,

    kann ich total gut nachvollziehn mir ging es genauso. Erst habe ich einen Bogen um alle gemacht die nach drogen aussahen, dann war ich in einer Gemeinde die Drogen nur aus dem ferseh kannten (so ungefähr) hab mich dort aber gefühlt wie ein Alien, wie ein Sonderling, dazu kam noch, dass ich aus der Lesbenszene kam. Nun bin ich ja in gar keiner Gemeinde mehr Mitglied, weil Jausgemeinde auf dem Herzen habe ohne Verein.

    Hatte gerade schon einen Kommentar geschrieben, viel ausführlicher, aber dann hats geklingelt und in der Zeit ist meine Katze die Tastatur gehüpft und alles was ich geschrieben habe war weg *ärger* nun wurde es halt alles kürzer weil ich keine Lust hatte nochmal alles zu schreiben.

    Wünsche euch samt Mann und Rattis eine gesegnete Zeit udn Bewahrung und Freude bei eurem Ausflug. Bis dann Nächstes Jahr bin ich auf jeden fall beim freakstock auch dabei, aber nicht mit Zelt, sodern da werde ich frühzeitig in dem Dorf in einer Pension ein Zimmer buchen. Geht natürlich nur, wenn es zu Fuss erreichbar ist in ca 15 min. ansonsten ist es mit zu weit entfernt.

    LG Liane

    Antworten
  3. Micky

    Hey Mandy.

    freu mich für Deine Erfahrung. Mir geht es oft auch genauso, muss man sich den anderen anpassen oder ist es besser sich selbst zu sein? Die Antwort die du bekommen hast, ist auch eine Antwort für mich:-).
    Danke für den tollen Beitrag

    LG

    Micky

    Antworten
  4. Quincy

    Scheint ne Klasse Erfahrung gewesen zu sein! Schubladendenken ist für mich (ich glaube für jeden) auch ein Problem mit dem ich zu kämpfen habe. Freut mich, dass Du direkt eine Antwort vom Herr erhalten hast!

    Segen Dir!

    Antworten
  5. Martin.D[x]D.nitraM

    Ich kann nur sagen: Willkommen in der Bewegung! Freu mich total, dass es Dir so gefallen hat. Bevor ich die Freaks gestartet hab, hab ich eine ganz ähnliche Erfahrung gemacht wie Du. Ich war in Amsterdam bei David Pierce und dort waren auch ein paar Punks, die aber für Jesus abgegangen sind. Dort hat mir Gott sozusagen meine "Freak-Identität" getauft wieder gegeben. So wurde Martin zum Jesusfreak und dann ging es auch schon bald richtig los.

    Deine Sendung auf Crosschanel hat mich echt berührt, Mandy! Vielleicht können wir uns ja mal irgendwie außerhalb vom Freakstock sehen.
    Bis dann
    Dein Martin

    Antworten
  6. Benny

    Genau das liebe ich bei den Freaks: Das man sein kann wie man ist. Es wird nicht drauf geschaut, was man an hat. Man wird für seine Ansichten nicht verurteilt. Sondern man kommt ins Gespräch. Aber ungezwungen, wenn man will.
    Gerade auch bei dem Konflikt mit W&G wurde das wieder deutlich (zumindest soweit ich das mitbekommen habe als unbeteiligter). Wurde dieses Jahr ja auch ab und an nebenbei erwähnt.

    Ehrlichkeit und Nächstenliebe. So habe ich Freakstock lieben gelernt.

    Antworten
  7. Mandy

    Sooo… wenn auch spät möchte ich doch nochmal DANKE sagen für eure Kommentare.
    Ich war unterwegs und irgendwie hat es die schwache Netzverbindung nicht geschafft mich hier nen Kommentar hat abgeben lassen.

    "Die können unmöglich alle in den Himmel kommen" herrlich Opti!!

    Meine Gedanken waren ähnlich, war ne super Zeit! Freu mich ebenso aufs nächste Mal.

    10. August 2010 20:19

    Antworten
  8. Claudia Schnorr c/o Catdog

    Bin zwar äußerlich kein Punk,aber kann über 100% zu allem was Du,liebe Mandy und die Kommentatoren geschrieben haben!Wäre auch gerne mal dabei,auch wenn ich schon etwas(hahaha!)älter bin=53,würde aber wie Liane lieber nicht im Zelt schlafen müssen.100 Dank auch für das tägliche Seelenfutter!!!(ist es für alle das gleiche oder verschieden=ganz persönlich Shalom Claudia SchnoorCatdog

    Antworten
  9. Christina

    :-) schööön das es dir "bei uns" gefallen hat! Ich hab 2010 das erste mal das ganze Freakstock mitgemacht, im Jahr davor nur das WE. Ich bin ja eine der "Normalos" da aber das ist echt so VÖLLIG egal, Freaks sind eine große Familie und zwar egal wie man rumläuft!
    Ich komme aus FeG und andern freien Gemeinden aber ich bin mittlerweile von ganzem Herzen JesusFreak!
    Wobei ich mich weniger an das Aussehn gewöhnen musste, das war kaum ein Problem. Aber die Tatsache das es zu vielen Themen keine Lehrmeinung gibt, Jeder seine Meinung vertritt und ´die extreeeem unterschiedlich sind, das viel mir Anfangs sehr schwer zu begreifen! In einer Gemeinde muss doch klar sein wie man zum Thema Weltentstehung oder Homosexualität steht, oder?  Hat etwas gedauert bis ich begriffen habe das Lehrmeinungen nichts lebensnotwendiges sind!
    Vielleicht sieht man sich dieses Jahr mal
    LG unbekannterweise
    Christina

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.